Chronische Wunde

Karin ist eine von 154 Patient:innen, die mit uns offen über ihren Umgang mit Arzneimitteln gesprochen haben. Sie wollte, dass ihre Geschichte veröffentlicht wird – damit andere aus ihrer falschen Entscheidung lernen können.

Die Inhalte dienen ausschließlich Ihrer allgemeinen Information. Sie ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit Ärzt:innen oder Apotheker:innen. Unsere Informationen, Entscheidungshilfen und Tipps möchten Sie dabei unterstützen, gut informierte und überlegte Entscheidungen zu treffen. Sie entbinden Sie jedoch nicht von der persönlichen Verantwortung – und können keine Garantie für eine im individuellen Fall „richtige“ Entscheidung geben. Die Namen und Bilder wurden aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes geändert.

Bei Fragen, Unsicherheiten oder Nebenwirkungen in Ihrem persönlichen Fall, wenden Sie sich bitte direkt an Ihre behandelnde Ärztin, Ihren Arzt oder an eine Apothekerin bzw. einen Apotheker Ihres Vertrauens.

Beachten Sie auch unsere 5 Denkanstöße für bessere Entscheidungen. 

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Warum Karin ihren Fall veröffentlicht hat

Karin L. ist 72 Jahre alt und lebt seit Jahren mit einer chronischen Wunde am Unterschenkel. Sie erzählt offen von ihrem Umgang mit der langwierigen Therapie, weil sie möchte, dass andere Patient:innen nicht dieselben Fehler machen wie sie: Eine Behandlung abzubrechen, nur weil sie mühsam und belastend ist. Heute weiß sie, dass ihr Zögern den Heilungsprozess verlängert hat. Mit ihrer Geschichte will sie anderen Mut machen, durchzuhalten – auch wenn es schwerfällt.

Diagnose und Therapie

Die Diagnose lautete „Ulcus Cruris“ – eine schlecht heilende Wunde, die konsequente und regelmäßige Behandlung braucht. Ihre Ärztin verordnete eine kombinierte Therapie: tägliche Wundversorgung und vor allem konsequentes Tragen von Kompressionsstrümpfen, um die Durchblutung zu verbessern.

Dabei wurde modernes Wundmanagement eingesetzt. Das bedeutet: spezielle Verbandstoffe, die die Heilung fördern, die Wunde feucht halten, Schmerzen lindern und Infektionen vorbeugen. Der Vorteil: Die Wunde heilt meist schneller und die Lebensqualität verbessert sich deutlich – vorausgesetzt, die Therapie wird konsequent angewendet.

Anfangs machte Karin alles mit. Sie kam regelmäßig in die Praxis, ließ die Verbände wechseln und trug ihre Kompressionsstrümpfe. Nach einigen Wochen zeigten sich erste Fortschritte: die Wunde wurde kleiner, weniger schmerzhaft.

Warum hat Karin die Therapie nicht fortgesetzt?

Anfangs zeigte die Therapie eine gute Wirkung: Die Wunde schrumpfte innerhalb weniger Wochen von rund sechs Zentimetern Durchmesser auf die Hälfte. Doch dann verlangsamten sich die Fortschritte. Dass Karin die aufwendige Therapie schließlich abbrach, hat viel mit ihrem Denken und ihrer Bewertung der Situation zu tun.

Um diese Entscheidung zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf ein bekanntes Denkmuster der Entscheidungsforschung: die Verlustaversion. Studien zeigen, dass wir uns über Verluste etwa doppelt so stark ärgern, wie wir uns über einen gleich großen Gewinn freuen. Ein Beispiel verdeutlicht das Prinzip: Finden wir zufällig 100 Euro auf einer Parkbank, empfinden wir Freude. Verlieren wir dort denselben Betrag, ist der Ärger etwa doppelt so groß.

Aber bei der Verlustaversion geht es nicht nur um Geld. Überträgt man das Prinzip auf Karins Situation, dann war der tägliche Aufwand für Verbände und Kompressionsstrümpfe für sie ein gefühlter „Verlust“, die Heilung dagegen ein „Gewinn“ – auch wenn sie selbst das so niemals nennen würde. Solange die Wunde schnell kleiner wurde, rechtfertigte der Gewinn den Aufwand. Als die Fortschritte langsamer ausfielen, veränderte sich ihre Wahrnehmung.

Dabei spielte der sogenannte Referenzpunkt eine zentrale Rolle. Er beschreibt die Perspektive, aus der wir eine Situation bewerten. Zu Beginn war Karins Referenzpunkt die sechs Zentimeter große Wunde. Nach einigen Wochen waren es nur noch drei Zentimeter. Dieser neue Stand wurde für sie zur Normalität – zum neuen Referenzpunkt. Aus dieser Sicht erschienen die weiteren Fortschritte klein, der Aufwand dagegen groß. Genau diese Verschiebung führte dazu, dass Karin die Therapie abbrach.

Was andere Patient:innen aus Karins Geschichte lernen können

Karins Fall macht deutlich:

  • Bei chronischen Wunden und langwierigen Therapien ist Durchhaltevermögen entscheidend.

  • Auch kleine Fortschritte sind wichtige Schritte zur Heilung.

  • Wer Zweifel oder Frust verspürt, sollte diese offen mit Ärzt:innen oder Pflegekräften besprechen. Oft gibt es Hilfen, die den Alltag erleichtern.

Karin möchte anderen Patient:innen Mut machen, nicht vorschnell aufzugeben. Ihre Erfahrung zeigt: Gerade wenn die Fortschritte langsamer werden, ist es wichtig, dranzubleiben – denn jeder Schritt zählt auf dem Weg zur Heilung.

Karin und ihr Referenzpunkt

Eine zentrale Rolle bei Karins Entscheidung, die Behandlung abzubrechen, spielte der sogenannte Referenzpunkt. 

Mehr darüber, wie wir Entscheidungen treffen und welche oft unbewussten Faktoren sie beeinflussen, lesen Sie hier: 

Gute Karten für bessere Entscheidungen

Die oben abgebildete Karte ist Teil des Kartensatzes „Gute Karten für bessere Entscheidungen“. Sie finden ihn demnächst in unserem Online Shop.

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