Jonas ist einer von 154 Patient:innen, die mit uns offen über ihren Umgang mit Arzneimitteln gesprochen haben. Er wollte, dass seine Geschichte veröffentlicht wird – damit andere aus seiner falschen Entscheidung lernen können.

Die Inhalte dienen ausschließlich Ihrer allgemeinen Information. Sie ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit Ärzt:innen oder Apotheker:innen. Unsere Informationen, Entscheidungshilfen und Tipps möchten Sie dabei unterstützen, gut informierte und überlegte Entscheidungen zu treffen. Sie entbinden Sie jedoch nicht von der persönlichen Verantwortung – und können keine Garantie für eine im individuellen Fall „richtige“ Entscheidung geben. Die Namen und Bilder wurden aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes geändert.

Bei Fragen, Unsicherheiten oder Nebenwirkungen in Ihrem persönlichen Fall, wenden Sie sich bitte direkt an Ihre behandelnde Ärztin, Ihren Arzt oder an eine Apothekerin bzw. einen Apotheker Ihres Vertrauens.

Beachten Sie auch unsere 5 Denkanstöße für bessere Entscheidungen. 

Warum Jonas seine Geschichte veröffentlicht hat

Jonas leidet seit vielen Jahren an schwerer Psoriasis – einer chronischen Hautentzündung, die juckt, schmerzt und seinen Alltag massiv einschränkt. Neue Kleidung trägt er kaum, Einladungen sagt er oft ab. Die Krankheit beeinträchtigt sein Berufsleben, sein Selbstwertgefühl und seine sozialen Kontakte.

Als sein Hautarzt ihm ein modernes Biologikum vorschlägt, hört Jonas aufmerksam zu. Doch sein Bauchgefühl sagt Nein – ohne dass er genau benennen kann, warum. Rückblickend weiß er: Diese Ablehnung fühlte sich ehrlich an, beruhte aber mehr auf Unsicherheit und Sorge als auf Fakten.

Heute, nach Beginn der Therapie mit Secukinumab, sagt Jonas:

„Ich hätte beinahe eine große Chance verpasst – einfach, weil mir das Gefühl nicht geheuer war. Heute weiß ich: Bauchgefühl darf sein. Aber man sollte ihm nicht allein das Steuer überlassen.“

Jonas hat seine Geschichte veröffentlicht, weil viele Menschen mit chronischen Erkrankungen vor ähnlichen Entscheidungen stehen – Entscheidungen, die nicht nur von Zahlen und Studien geprägt sind, sondern auch von Ängsten, Hoffnungen und inneren Bildern. Er möchte Mut machen, das eigene Gefühl ernst zu nehmen, aber auch zu hinterfragen. Und vor allem: Entscheidungen gemeinsam mit dem Arzt zu treffen – nicht gegen ihn.

Diagnose und Therapie

Über Jahre hat Jonas viele Behandlungen ausprobiert – Salben, Lichttherapie, Tabletten. Keine brachte eine dauerhafte Besserung.

 

Sein Hautarzt empfiehlt ihm schließlich Secukinumab – ein Biologikum, das gezielt in den Entzündungsprozess eingreift, oft schon nach wenigen Wochen spürbar hilft und in Studien langfristig sehr gute Ergebnisse zeigt. Jonas informiert sich, liest online, spricht mit anderen Betroffenen. Am Ende lehnt er ab – mit der Begründung: 

„Mein Bauchgefühl sagt Nein.“

Warum Jonas das Medikament zunächst ablehnte

Konkrete medizinische Gründe hatte Jonas nicht. Nebenwirkungen kannte er nur aus der Theorie – erlebt hatte er keine, da er das Medikament nie genommen hatte. Was ihn abhielt, war ein diffuses Unbehagen: die Vorstellung, sich regelmäßig etwas zu spritzen, das ins Immunsystem eingreift.

Je mehr er darüber nachdachte, desto weniger stimmig fühlte sich die Therapie für ihn an. Es war kein klarer Einwand, sondern ein Gefühl, das stärker wurde, je mehr er darüber nachgrübelte.

Bauchentscheidungen – Chance und Risiko

Bauchentscheidungen sind schnell, intuitiv und mühelos. Unser Gehirn versucht, komplexe Situationen mit minimalem Aufwand zu bewerten. Was sich gut anfühlt, wird als „richtig“ empfunden. Diese Denkweise hilft im Alltag, ist aber anfällig für Verzerrungen.

Bauchentscheidungen sind sinnvoll, wenn wir viel Erfahrung in einem Bereich haben, die Situation vertraut ist oder schnelles Handeln gefordert ist. Sie sind riskant, wenn es um komplexe medizinische Fragen geht, die langfristige Folgen haben können – besonders wenn Emotionen wie Angst das Denken verzerren.

In Jonas’ Fall war das Bauchgefühl nicht Ausdruck von Erfahrung, sondern von Unsicherheit. Er fragte nicht: „Wie wirksam ist das Medikament für meine Erkrankung?“ Sondern nur: „Fühlt sich das richtig an?“

Wie Jonas’ Arzt den Knoten löste

Sein Hautarzt begegnete Jonas’ Ablehnung nicht mit Druck, sondern mit Offenheit:

„Dass Sie ein schlechtes Gefühl haben, ist völlig legitim. Wollen wir gemeinsam schauen, woher es kommt?“

Er stellte Fragen, erklärte die Wirkweise, sprach über Langzeitdaten und Nebenwirkungen – und machte klar, dass die Entscheidung bei Jonas liegt. Wichtig war die Haltung: Jonas sollte merken, dass er mit seinen Zweifeln nicht allein ist.

Mit etwas Abstand wurde Jonas klar: Es war nicht das Medikament selbst, das ihn zurückschreckte – sondern die Angst, wieder enttäuscht zu werden. Diese Einsicht gab den Ausschlag. Er begann die Therapie. Nach sechs Wochen war seine Haut deutlich besser, nach zwölf nahezu beschwerdefrei.

Was andere Patient:innen aus Jonas‘ Geschichte lernen können

Das Bauchgefühl ist ein Signal – aber kein Beweis.

Wenn eine Therapie „nicht richtig“ erscheint, lohnt es sich hinzusehen:

  • Stecken Angst oder schlechte Erfahrungen dahinter?

  • Oder konkrete Risiken?

Gerade bei chronischen Erkrankungen wie Psoriasis ist es wichtig, zwischen dem Gefühl im Moment und den langfristigen Chancen zu unterscheiden. Bauchgefühl darf Platz haben – aber es sollte der Anfang eines Gesprächs sein, nicht das Ende einer Entscheidung.

Jonas und das Bauchgefühl

Der Grund, warum sich Jonas gegen das Medikament entschieden hat, war sein Bauchgefühl.

Unter welchen Voraussetzungen man sich auf sein Bauchgefühl verlassen kann, erfahren Sie hier:

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